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Psychosomatik

Es gibt keine Empfindung, kein Gefühl, dass nicht in eine muskuläre Reaktion irgendwelcher Art mündet. (Ken Dytchwald)

Körper und Seele gehen gemeinsam zum Arzt. Da sagt die Seele zum Körper: „Gehe Du voran. Dich versteht er besser.“


Eine Studie der Universität Lübeck ergab, dass 71 Prozent aller Deutschen im Jahr 2008 unter Rückenschmerzen litt, in Großbritannien hingegen nur 32 Prozent.

 

Rückenschmerz „überfällt“ Erwachsene wie Kinder, Gebildete wie Ungebildete, Angestellte wie Chefs, Patienten wie Therapeuten. Niemand bleibt verschont. Das Rückenschmerz zu einem Volksleiden geworden ist, ist nicht Neues; dass es aber insbesondere ein deutsches Thema zu sein scheint, macht hellhörig.


Depression

 

Auch depressive Zustände können ursächlich für Rückenschmerzen sein. Achtzig bis neunzig Prozent aller Patienten mit chronischen Rückenschmerzen weisen Symptome einer leichten Depression auf. Sie tendieren dazu, psychische Konflikte körperlich zu maskieren. Dabei werden Schmerzen entweder hochdramatisch zum Ausdruck gebracht mit schmerzverzerrtem Gesicht, Stöhnen, gebrechlichem Auftreten und ähnlichem oder aber sehr ängstlich, dann nämlich wird Traurigkeit hineingefressen oder Schmerz bagatellisiert, Haltung bewahrt und Rückgrat beweisen, durchgehalten bis zum Umfallen. Charakteristisch für beide Varianten ist die Unfähigkeit, um Hilfe zu bitten.

 

(Ausschnitt aus dem Buch „Rebalancing – die Kraft der tiefen Berührung“; Sechste Sitzung „Rücken – Aufrichten, Zurückhalten, Rückhalt“, S. 117)